
ein Zweig eines Esskastanienbaums mit einem Kastanienigel
"Keschde" - das ist der pfälzische Ausdruck für die Esskastanie. Die Römer brachten die Baumart zusammen mit dem Wein in die Region. Dank ihnen bietet die alljährliche Kastanien-Saison heute nicht nur eine Vielzahl an Spezialitäten aus der Frucht des Baumes, damit einher gehen auch farbenfrohe Wälder, erlesene Weine und zahlreiche Veranstaltungen mit besonderen kulinarischen Genüssen rund um die Keschde. Heute prägen Kastanienbäume vor allem den Haardtrand, wie der Streifen zwischen Weinbergen und Pfälzerwald genannt wird. Die Baumart gilt als klimatolerant, wärmeliebend und anpassungsfähig – so könnte ihr in Zeiten des Klimawandels eine immer wichtigere Rolle im Wald zukommen. Darüber hinaus sind Edelkastanien auch wertvolle Lebensräume, ihre Blüten beispielsweise sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienenvölker. Zudem wird das widerstandsfähige Holz für Rebpfähle, in der Möbelherstellung und als Lawinenverbauung im Bergwald verwendet.
Die einfachsten Arten um Pälzer Keschde zuzubereiten sind:
Die Keschde etwa eine halbe Stunde bis Stunde in kaltes Wasser legen. Zur Vorbereitung zum Rösten die Keschde weiter auf der flachen Seite oder am Bauch kreuzförmig mit einem scharfen Messer einritzen. Das ist wichtig, damit die Keschde durch die Hitze im Bachofen nicht aufplatzen.
Den Backofen anschließend auf 180°Grad Ober- und Unterhitze einstellen und die Keschde ca. 20 - 25 Minuten rösten.
Die Zubereitung in einem Kochtopf verläuft ähnlich. Nach dem Einritzen die Keschde in einen Topf mit kochendem Salzwasser geben und ca. 15 bis 20 Minuten kochen lassen. Das kochende Wasser abgießen, die Keschde kalt abschrecken und direkt schälen, dann lassen sich Schale und Haut am besten entfernen.
Pro Person rechnet man mit ca. 200 bis 300 g Keschde. Nach dem Schälen bleiben von 300 g Keschde noch ca. 250 g übrig.
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Im Oktober fallen die reifen Esskastanien wie Manna von den Bäumen, die stacheligen Hüllen platzen auf und viele Einheimische und Besucher zieht es nun an den Haardtrand, um Keschde zu sammeln.
Unterwegs auf dem Pälzer Keschdeweg. Welches wird Ihre Lieblings-Etappe. Oder doch nur eine kurze Rundtour?
Schon die Römer brachten das mediterrane Gewächs (zusammen mit dem Wein) in die Pfalz. Wozu? Wahrscheinlich um ihre Truppen mit "dem Brot der Armen" zu versorgen (und mit dem Wein bei guter Laune zu halten). Seitdem gedeihen die Edelkastanien, Esskastanien oder "Keschde" (wie wir Pfälzer sagen) bestens im südlichen Pfälzerwald und entlang der Deutschen Weinstraße und sind fest verwurzelt mit Pfälzer Kultur und Lebensart.
Schon die Römer nannten die Kastanie “castanea” - und nutzten sie als haltbares Grundnahrungsmittel auf ihren Feldzügen. In der Pfalz lebt diese Tradition bis heute weiter - kulinarisch und kulturell.
Im Juni, wenn die Kastanien blühen, zieht sich ein hellgelbes Band entlang des bewaldeten Haardtrandes und verströmt einen süßlich, herben Duft.
Diesem Band folgt der "Pälzer Keschdeweg" von Hauenstein im Süden, über Annweiler am Trifels, Leinsweiler, vorbei am Schloss Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben, weiter nach Maikammer und bis nach Neustadt an der Weinstraße.

Kastanienbaum zur Kastanienblüte